Seminar "Patientenorientiertes Retten aus verunfallten Fahrzeugen" 2009

Die heutigen Kraftfahrzeuge haben sich in den letzten Jahren zu high-tech Modellen entwickelt. Durch permanente Verbesserung der Sicherheitssysteme und Verstärkung der Karosserien sinkt die Zahl der Verkehrstoten stetig. Jedoch fordert die komplexe Konstruktion der Fahrzeuge ein erhebliches Fachwissen und eine steigende Anforderung an das Rettungspersonal und die eingesetzten technischen Geräte.


     Zwei demolierte Fahrzeuge auf dem Parkplatz     Feuerwehrleute am PKW


Ein modernes Fahrzeug verfügt heute über bis zu 16 Airbags. Hinzu kommen Sicherheitseinrichtugen wie Gurtstraffer und automatische Überrollbügel. Elektronische Komforteinrichtungen wie automatische Sitzverstellung, Fensterheber, Zentralverriegelung und automatische Höhenverstellung des Lenkrads erleichtern dem Fahrzeugführer das tägliche Leben. Diese elektronischen Spielereien, sowie die immer häufiger vorgefundenen Sicherheitssysteme erschweren jedoch nach einem Verkehrsunfall den Rettern die Befreiung einer eventuell eingeklemmten Person. Das versehentliche Auslösen eines solchen Systems kann unter Umständen zu zusätzlichen schweren Verletzungen des Patienten oder sogar des Retters führen. Aus diesem Grund ist es um so wichtiger, dass die Rettungskräfte auf die aktuelle Technik geschult werden.


Feuerwehrleute vor einem demolierten Fahrzeug     Feuerwehrleute auf einem Gerüst am PKW     Feuerwehrleute am PKW
 

Am Samstag, den 18.04.2009, fand eine solche Schulung bei der Feuerwehr Alpen am Gerätehaus Menzelen statt. Hierzu trafen sich 30 Kameraden des Löschzuges Alpen und der Löschgruppen Veen und Menzelen. Die Schulung wurde von der Firma WEBER-HYDRAULIK durchgeführt. Im theoretischen Teil wurden den Feuerwehrkameraden die aktuellen Sicherheitssysteme erläutert. Zudem wurden sie auf die Schwierigkeiten, die durch die Versteifung der Fahrgastzelle und der eingesetzten Starkmetalle entstehen hingewiesen. Ihnen wurde dargestellt, welche Gefahren von einem nicht ausgelösten Airbag ausgehen und wie man mit diesen Problemen umzugehen hat.
Im Nachfolgenden praktischen Teil der Ausbildung durften die Feuerwehrleute selber Hand anlegen. An drei unterschiedlichen Szenarien konnten die Kameraden das patientenorientierte Retten aus einem verunfallten Kraftfahrzeug üben. Hierzu wurde eines der drei Fahrzeuge auf das Dach und ein weiteres auf die Seite gelegt. Diese nicht alltäglichen Lagen schienen anfangs als sehr kompliziert, erwiesen sich jedoch nach einigen Tipps der Ausbilder als lösbare Aufgaben. Durch die gute Zusammenarbeit der Feuerwehrkameraden wurde für jede Situation eine passende Lösung gefunden.
Neben den vielen Ratschlägen der zwei Ausbilder waren auch die mitgebrachten Gerätschaften der Firma WEBER-HYDRAULIK für die Feurwehrangehörigen ein Highlight. Die verschiedenen hydraulischen Rettungsgeräte aber auch die vielen Hilfsmittel, wie z.B. das Halligan-Tool (Brechwerkzeug) und das Abstützsystem versetzte die Kameraden in Staunen.

Das Seminar war für alle Teilnehmer eine runde Sache und eine interessante und lehrreiche Erfahrung.


Feuerwehrleute am auf dem Dach liegenden PKW     zerschnittener PKW auf Dach     drei zerlegte Fahrzeuge